Ehrenbürger emer. Weihbischof Dr. Heinrich Fasching verstorben

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 Unser Ehrenbürger emeritierter Weihbischof von St. Pölten, Heinrich Fasching, ist nach langer, schwerer Krankheit gestorben. Er war zuletzt im Elisabethheim in St. Pölten gepflegt worden und wurde am 24. Mai 85 Jahre alt, teilte die Diözese mit. Das Begräbnis ist am Mittwoch, 11. Juni 2014 um 11.00 Uhr im Dom zu St.Pölten.

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(Foto - ORF NÖ) 

Bischof Klaus Küng erinnerte in einer ersten Stellungnahme daran, dass unter Faschings Leitung der Dom renoviert worden sei, „dem seine Liebe gehörte“. Der gebürtige Oberösterreicher „hat für die Diözese gelebt, oft auch für sie und mit ihr gelitten“.

1929 in Höfnerberg in der Pfarre Pierbach/OÖ geboren, besuchte Heinrich Fasching die Schule in Waidhofen a.d. Thaya und nach dem Zweiten Weltkrieg das Stiftsgymnasium Melk. Sein Theologiestudium absolvierte er in St. Pölten und wurde 1954 zum Priester geweiht. 1956 wurde er Vizerektor im Seminar Melk und kam 1957 bis 1960 zum Studium des kanonischen Rechtes an die päpstliche Universität Gregoriana nach Rom.

Nach seiner Rückkehr wurde Fasching Vizeoffizial des Diözesangerichtes und war von 1961 bis 1968 Ordinariatssekretär. Danach bekam er einen Lehrauftrag für Kirchenrecht an der Philosophisch-theologischen Hochschule St. Pölten, wurde von 1970 bis 1992 Direktor des Diözesanbauamtes und bis 1993 Ordinariatskanzler. Seit 1976 war er Mitglied des Domkapitels.

Das Wirken von Weihbischof Fasching steht zeitlich im engen Zusammenhang mit der Amtsperiode des heuer am 24. Jänner verstorbenen ehemaligen St. Pöltner Diözesanbischofs Kurt Krenn. Seit 1991, also seit dem Beginn der Amtszeit von Bischof Krenn in St. Pölten, wirkte Heinrich Fasching als dessen Generalvikar. Am 24. Mai 1993 von Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof von St. Pölten und Titularbischof von Acci ernannt. Sein Motto lautete: „Für uns Menschen.“ „Habe gelernt, auf meinen Willen zu verzichten“.

Über die Diözesangrenzen hinaus war er unter anderem Vorsitzender der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission. Ein besonders Anliegen war Fasching stets die historische Forschung. Im November 2008 veröffentlichte er sein wissenschaftliches Lebenswerk: „Die Wiener Konstitutionen für Regulierte Augustiner Chorherren in Österreich im 15. Jahrhundert“.

Heinrich Fasching war nie jemand, der sich in den Vordergrund drängte, seine Arbeit machte er lieber im Stillen, wie er gerne betonte. Anlässlich des zehnjährigen Bischofsjubiläums sagte er: „Zehn Jahre sind eigentlich keine Zeit zum Feiern, darum wollte ich das eigentlich nicht. Aber in den zehn Jahren habe ich gelernt, oft auf meinen eigenen Willen zu verzichten und auch in diesem Fall musste ich das tun und habe das getan, um anderen eine Freude zu bereiten.“

Kardinal Christoph Schönborn würdigte Fasching für dessen „großartigen Dienst der Vermittlung und Versöhnung in jenen Jahren, in denen er gemeinsam mit Bischof Kurt Krenn tätig war“. Er sei immer bemüht gewesen, „in den schwierigsten Momenten eine versöhnliche und gemeinschaftliche Haltung zu pflegen“.

„Ich habe ihn als einen treuen und redlichen Hirten erlebt, der in der Bischofskonferenz im guten Sinn auf das rechte Maß geschaut hat“, so der Vorsitzende der Bischofskonferenz laut Kathpress. Fasching habe in den letzten Jahren gesundheitlich sehr gelitten, „man kann fast von einem Martyrium sprechen“, so Schönborn über den 85-Jährigen, den er vor wenigen Wochen noch besucht hatte.

Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) zufolge war Heinrich Fasching „in einer hektischen und schnelllebigen Zeit ein Kirchenmann mit großer Ruhe und hohem Intellekt.“ Der Geistliche habe über viele Jahrzehnte zum Wohle der Diözese und zum Wohle der Menschen im Land gewirkt und gearbeitet und sich stets durch bedachte Worte und umsichtige Taten ausgezeichnet. „Dadurch hat er in einer stürmischen Zeit der Diözese und dem Land große Stabilität und festen Halt gegeben“, erklärte der Landeshauptmann in einer Aussendung.

Die Gemeinde gedenkt seiner im Rahmen einer Trauersitzung des Gemeinderates der Gemeinde Waidhofen an der Thaya-Land am Samstag, 6. Juni 2014 um 12.30 Uhr im Gemeindeamt Waidhofen an der Thaya-Land.

02.06.2014