Kainraths

Feuerwehrhaus von Kainraths

Kainraths wird 1369 als Chunracz bei Waidhofen auf der Tey erstmals urkundlich erwähnt. Die Holden und die Ortsobrigkeit gehörten bis 1848 zur Pfarre Waidhofen a. d. Th. das Landgericht zur Herrschaft daselbst. Der Name ist genetivischen Ursprungs und leitet sich vom ahd. Personennamen Chuonrat (Konrat) her und bedeutet: Besitz eines Konrad.

1330 In Waidhofen ist ein Konrat als Pfarrer erwähnt, es ist jedoch ungewiß ob dieser Konrat mit Kainraths (Chunrates) im Zusammenhang steht.

1456 Um diese Zeit belehnte König Ladislaus den Oswald Eyzinger mit Gülten zu Grossaw, Ezedliez und zu dem Kunrats bei Waidhofen.

1575 In diesem Jahr gehörte der Pfarre Waidhofen zur Stiftung des St. Katharinenaltars 14 Holden und Dorfobrigkeit in Conradtz. Dieselben hatten damals als Waffen 8 Spieße und 6 Büchsen.

1581 Am 13. März belehnte Kaiser Rudolf II. in Wien den Sigmund Lunzer mit 2 Teilen Zehent zu Kainraths in der Herrschaft Waidhofen und zu Schönau in der Herrschaft Hirschenbach.

1605 In diesem Jahr erging der strenge Befehlt an die Untertanen des Waidhofner Pfarrerszu Conradts, sechs Tage im Robotdienst zu leisten.

1619 und 1620 wurde der Ort wiederholt geplündert und teilweise eingeäschert (Dreißigjähriger Krieg).

1747 Zu dieser Zeit wurde die Betkapelle erbaut, nachdem ihre Erhaltung durch die Gemeinde mittels Revers vom 17. Jänner dieses Jahres sichergestellt war. Sie wurde dem hl. Sebastian geweiht.

1756 In diesem Jahr kaufte Dechant Lehrbaum 14 Kirchenholden (Untertanen) zu Kainraths.

1830 Simon Mölzer spendete eine Glocke für die Kapelle, wofür sich die Gemeinde am 31. Juli 1830 verpflichtete, für denselben alljährlich eine Messe lesen zu lassen.

1840 Zu dieser Zeit wurde das Gemeindehaus in Kainraths, sowie das Gemeindehaus in Götzweis hergerichtet und als Schule verwendet, so zwar, dass immer einen Monat in Kainraths, den anderen Monat in Götzweis unterrichtet wurde. Der erste Lehrer, der die monatliche Wanderung mit den Schülern machte, war Alois Schnabel. Zu Anfang des 19. Jahrhunderts soll ein ausgedienter Militärfeldwebel im Hause Nr.28 den Kindern von Kainraths und Götzweis Unterrichtet erteilt haben. Später wurde der Unterricht durch einen Unterlehrer der Hauptschule zu Waidhofen besorgt, welcher täglich herausgehen musste und dann die Kost jeden Tag in einem anderen Bauernhaus bekam. Seit 1831 ist die Volksschule urkundlich nachgewiesen, 1869 wurde sie nah von Waidhofen aus versehen.

1863 Auch die Gemeinde Nonndorf wurde nach Kainraths eingeschult.

1868 Zu dieser Zeit baute die Gemeinde Kainraths ein Stockwerk über das alte Gemeindehaus, erweiterte den Bau gegen die Straße hin, wo die Wohnung für den Lehrer, unter Bürgermeister Josef Hofstätter, hergerichtet wurde. Damit wurde die Schule selbständig. Der jährliche Gehalt des Lehrers Johann Böhm betrug 300 Gulden.

1895 In diesem Jahr betrug die Schülerzahl 73 Kinder, im Schuljahr 1896/97 bereits 82. Davon waren 40 Knaben und 42 Mädchen. In diesem Jahr wurde von Leopold Reiterer ein an die Schule grenzendes Grundstück um 60 fl. für einen Schulgarten eingekauft. Es hatte ein Ausmaß von 2 ar 46 m². Auf einem Teil davon wurde eine Baumschule mit 150 Wildlingen errichtet. Die Kosten der Gartenerrichtung betrugen 176 Gulden.

1898 Am 13. Juli um 2 Uhr morgens brach in der Scheune des Hauses Nr.13 (Bauer Michael) ein Feuer aus, welches auch auf die Scheune des Hauses Nr.12 (Gastinger Johann) übergriff, und beide Objekte vernichtete. Der Brand dürfte gelegt worden sein.

1899 In diesem Jahr wurde wegen der großen Schülerzahl von 83 Schülern eine 2. Klasse bewilligt und errichtet. Dazu wurde der Schulsaal umgebaut, was 1.932 Gulden 13 Kreuzer kostete. zur Bestreitung dieser Auslage wurde bei der Sparkasse in Waidhofen eine Anleihe von 1.800 Gulden gemacht.

1900 Kainraths zählt 225 Einwohner, der Schülerstand betrug in der 1. Klasse 36 Schüler, in der 2. Klasse 48 Schüler. 4 Schüler besuchten höhere Lehranstalten.

1902 Es wurde unter Schulleiter Hostalek eine freiwillige Feuerwehr gegründet.

1918 Vom 25. Oktober bis 7. Dezember war die Schule gesperrt, weil die spanische Grippe ausgebrochen war. Es wurde der Oberlehrer, viele Kinder und Erwachsene infiziert.

1941 In diesem Jahr wurde in Kainraths ein Arbeitskommando für französische Kriegsgefangene errichtet.

1942 Am 17. Februar wurden die Glocken der Kapelle für Kriegszwecke abgenommen.

1942 Mit 1. Juli wurde Kainraths zur Bürgermeisterei Waidhofen angeschlossen.

1944 Am 25. Februar fand ein Luftgefecht über Kainraths statt.

1952 In diesem Jahr feierte die Freiwillige Feuerwehr ihr 50. Gründungsjubiläum mit einem Feuerwehrkränzchen.

1955 Die Bauernkammerwahl brachte 58 Stimmen für den Bauernbund und 1 Stimme für den Arbeitsbauernbund.

1955 Bei den Gemeinderatswahlen (24. April) werden alle 11 Mandate von der ÖVP besetzt, Bürgermeister wurde Johann Loidolt, Kainraths Nr.24.

1966 Im April wurde mit dem Neubau der Bundesstraße Nr.37 (Waidhofen - Vitis) begonnen, womit Kainraths umfahren wird. Im Herbst und Winter wurden Großtrainagearbeiten durchgeführt und das ganze "Seefeld" und Maisfeld trocken gelegt.

1969 In diesem Jahr wurde die Schule gesperrt und die Kinder nach Waidhofen eingeschult. Der letzte Schülerstand betrug 23 Kinder, davon 10 Knaben und 13 Mädchen.

1985 Am 14. Juli fand die Weihe des neuen Kleinlöschfahrzeuges statt.
Mannschaftsstand bei der Gründung: 20 Mann - Mannschaftsstand 1978: 17 Mann Aktive, 4 Mann Reserve


Derzeit (Stand Mai 2023) gibt es in Kainraths 62 Haushalte sowie 132 Personen mit Hauptwohnsitz und 13 Personen mit Nebenwohnsitz.